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Nondualität genügt sich selbst

Was ist damit gemeint, wenn von Nondualität gesprochen wird?

Schlicht dass nichts voneinander getrennt ist, alles eins ist. Das impliziert auch, dass ich nicht existiere, denn ein "Ich" setzt voraus, dass es auch jemand anderes gibt.

Hier bin ich und dort bist Du, willkommen zurück in der Dualität. Deswegen wehren wir uns alle instinktiv gegen diese einfache Wirklichkeit, sie ist der Tod des "Ich".

Es gibt verschiedene Bezeichnungen und Begriffe für die Nondualität, jedoch haben sie den "Haken", dass sie lediglich in der Dualität existieren.

Da wird von Nirwana, dem Unmanifesten oder dem Himmel gesprochen, jedoch kann man nichts jenseits der Dualität tatsächlich beschreiben, weil es kein "Dort" gibt. Die Nondualität ist nicht irgendwo "da draußen"; sie ist natürlich hier und Jetzt und schon immer.

Wir glauben lediglich dass es etwas anderes als das All sein gäbe und schaffen nur dadurch die (eingebildete) Dualität. Dafür "erfinden" wir alles nötige, das Ich, das Du, Gott und auch die Wissenschaft wenn es nützlich ist die Dualität so echt wie möglich erscheinen zu lassen.

Es gibt nichts da draußen, weder einen Gott, noch eine andere Dimension noch jemanden oder etwas anderes, als das was ist und schon immer war. Wenn ich sage, "Wir erfinden...", dann meine ich das als einen Hinweis, denn es gibt natürlich niemanden der bewusst erfindet. Da ist niemand, nur das was ist.

Alles was sich zeigt ist das einzige. Das "Ich bin" ist die einzige Illusion und das was sich gerade zeigt ist die scheinbare Realität, jedoch für Niemanden.

Die Nondualität ist kein geistiger oder spiritueller Zustand der erreichbar wäre. Wer sollte ihn erreichen? Da ist niemand der das erreichen könnte. Nondualität ist das was ist, untrennbar und immer so wie es ist, all eins.

Dualität endet wenn gewahr wird, dass es mich nicht gibt. Denn ohne mich gibt es keinen Bedarf mehr an duale Systeme, mich hier und Dich dort, dem Raum in mir und außerhalb von mir. Wenn es mich nicht gibt, gibt es keine Trennung mehr und Freude und Leid müssen nicht in Kategorien innerhalb dualer Systeme aufgeteilt werden. Es bedarf keiner guten Zeiten und schlechten Zeiten mehr. Es ist immer Jetzt. Kein "In der Zukunft wird es bestimmt besser" oder einem "früher war es besser als heute".

Es gibt einfach niemanden, der ein solches System benötigt, oder irgendein anderes System.

Dualität bedingt sich gegenseitig, braucht Gegenteiliges.

Die Nondualität hingegen genügt sich selbst, ist die Realität welche sich ohne Unterlass und ohne jede Trennung zeigt.
Nondualität ist. Nicht mehr und nicht weniger und alles was es gibt und eine scheinbare Realität hat.

Die einzige Illusion ist das Ich bin.

Wo es ein Ich gibt, ist Dualität, ist Trennung.

Ich weiß das es nicht logisch und begreifbar oder fassbar ist.
Sobald Du Dich selbst verlässt wird sich Alles auf natürliche Weise zeigen und Du musst nichts mehr verstehen oder erreichen, es wird Erkennen stattfinden, dass schon immer alles da war und noch nie anders.

Alles wird weiterhin so stattfinden, sich so zeigen wie es sich (schon immer) gezeigt hat. Es wird nicht ein Gefühl von Erleuchtung da sein und es werden viele Dinge nicht einfacher oder schwerer sein als zuvor in der Dualität verankert. Es ist schlicht niemand da, der das einfacher oder schwerer empfinden könnte. Dennoch passieren die Dinge wie sie (schon immer) passieren. Es gibt keine Erlösung oder einen Himmel. Es gibt jedoch auch keine Hölle und keine Dualität, welche diese Gegensätzlichkeiten benötigen würde.

Es gibt nur das was ist.

Unerreichbar

So scheint es paradox und frustrierend gleichermaßen zu sein, dass es nicht erreichbar ist, dabei ist es aus einem einfach Grund unerreichbar; weil es schon ist.

Wir können es nicht finden und nicht erreichen, nicht nur weil es schon da ist, sondern weil es auch nichts anderes gibt.

Für den Verstand ist das nicht begreifbar und auch unlogisch. Solange wir glauben jemand zu sein der etwas erreichen oder verstehen könnte, sind wir direkt wider Gefangene innerhalb der Dualität; selbst dann wenn es diese gar nicht gibt.

Eckhart Tolle sagt deswegen auch, dass wir es nicht erreichen können, weder durch Disziplin, noch durch Anstrengung; weder durch viel Training noch durch ein hohes Alter.

Es fällt uns einfach zu; so wie eine "Gnade" um irgendein Wort zu gebrauchen, welches in etwa in diese Richtung als Hinweis dienen kann. Damit ist jedoch nicht irgendeine "heilige" Gnade irgendeiner göttlichen Wesenheit gemeint, welche uns diese Gnade zukommen lassen würde, weil wir es verdient oder erworben hätten. Nein, es gibt keine Götter oder irgendwen, der uns diese Gnade zuteil werden lassen würde. Es geschieht einfach... so wie alles einfach geschieht.

Sich mit uns und unserer scheinbaren Existenz zu beschäftigen kann daher aus meiner Erfahrung kein Nachteil sein, denn mit irgendwas beschäftigen wir uns eh scheinbar andauernd und durchgehend.

Wir können nicht nichts tun, auch wenn wir dieses laufende Tun und Denken manchmal mit Dingen wie Meditation zu unterbrechen versuchen.

 

Die Sinnlosigkeit des Lebens

Diese Informationen über die Nondualität scheinen wenig erfreulich zu sein, bergen scheinbar keinen Ausweg und versprechen weder Freude noch Verheißung oder Befreiung.

Und genau dies ist der paradoxe Aspekt von dem worüber wir hier sprechen. Es kann nichts erreicht werden, weil es schon erreicht ist und wir lediglich dies nicht erkennen.

 

Wie schon Tolle in seinem Buch schrieb, gibt es zwei zuverlässige Wege um unglücklich zu werden.

  1. Das nicht zu bekommen, was man sich wünscht...
  2. Das zu bekommen, was man sich wünscht...

Es ist scheinbar paradox und doch viel einfacher.
Jeder Wunsch beinhaltet das unzufrieden sein mit dem was ist. Wahrhaftig wunschlos zu sein ist der einzige Weg frei und glücklich zu sein und nicht erst irgendwann durch irgendwas zu werden.

Etwas zu werden oder zu erreichen ist das imaginäre Problem, denn alles was es gibt ist schon vorhanden und perfekt wie es ist. Sich etwas zu wünschen oder darauf hinzuarbeiten ist automatisch das abzulehnen, was schon da ist.
Es geht nicht um das Erreichen irgendwelcher Ziele oder etwas zu schaffen was nicht zu schaffen ist. Es geht tatsächlich lediglich um das Sein, es voll und ganz anzunehmen und die Perfektion darin zu erkennen. Es gibt nichts zu tun.

Und so ist es in der Tat so, dass das Leben völlig Sinnlos ist.
Wir können durch all unsere Anstrengungen, all unsere Wünsche und unsere gesamte Spiritualität dem Leben keinen Sinn geben.

Einfach weil das Leben selbst keinen Sinn benötigt. Das Leben ist einfach was es ist und braucht keinen Ansporn über irgendwelche Sinnhaftigkeit, welche es durch unser Ich bin (Ego) erhält.
Für das Ego, das eingebildete persönliche und mit vielen Dingen identifizierte imaginäre Wesen ist dies allerdings mit dem Tod gleichzusetzen. 

Wie viel ist schon ein sinnloses Leben wert und ist solch ein Leben überhaupt lebenswert?
Doch für das Leben selbst stellt sich diese Frage oder Überlegung überhaupt nicht. Es ist einfach und braucht von niemanden etwas, zumal auch überhaupt niemand da ist.