Richtig posen
Was versteht man in der Fotografie unter "Posen"?
Posen steht für Posieren und meint primär die Körperhaltung, aber natürlich auch den Gesichtsausdruck.
Eine vorteilhafte Pose lässt Portraitfotos schöner, spannender und/oder interessanter wirken. Was vorteilhaft ist, hängt vom Kontext ab, also was man sich von den Fotos verspricht.
Wie Du vielleicht weißt, gibt es viele Posen. Je nachdem was man mit den Fotos aussagen will, muss man entsprechende Posen wählen. Seröse, zurückhaltende, freche, sportliche, wagemutige bis hin zu erotischen Posen kommt in der Portraitfotografie alles vor.
Grundsätzlich gibt es auch hier kein "richtig" und kein "falsch", jedoch spannendere und/oder interessantere Fotos, wenn man passende Körperhaltungen wählt, auch wenn sich diese vielleicht merkwürdig und komisch anfühlen, weil man sich so selten oder nie im normalen Alltag posieren wird.
Unsere natürliche, also alltägliche Körperhaltung sieht meist anders aus, als auf professionellen Fotos und das ist auch schon der Hauptgrund, warum die meisten Schnappschüsse oft unspektakulär und langweilig aussehen, weil sie eben "normal" sind.
Manche Leute "spielen" beim Anfertigen von Selfies Model und stemmen aus Spaß ihre Arme in die Hüften oder machen irgendwelche andere Modelposings, die sie schon mal in den Medien gesehen haben. Schwups sind genau diese Schnappschüsse schon direkt interessanter als wenn man sich einfach verkrampft und gerade vor der Linse stellt. Und genau das ist auch ein wichtiger Aspekt beim Posen, es sollte unbedingt Spaß machen. Wie kleine Kinder entspannt und verspielt zu posieren, ist der beste Tipp. Denke nicht an die Fotos die vielleicht komisch aussehen werden und nichts geworden sind, denn der Fotograf schmeißt diese als erstes weg, wenn er die Aufnahmen durchsieht.
Es gibt zwar sehr viele verschiedene Posings, jedoch sind alle nutzbar, je nachdem was man ausdrücken möchte. Auch Stilbrüche sind okay, wenn man sie bewusst einsetzt und vielleicht sogar noch krass übertreibt. In den Beispielposen weiter unten ist so ein Beispiel die Nr. 6. Eigentlich ungünstig, weil sie keine der von Profis empfohlenen Aspekte umsetzt, wie zum Beispiel die Dreieckbildung mit Armen und/oder Beinen, eine schräge Körperdrehung (45°) zur Kamera oder asymmetrische Gliederhaltungen. Doch genau diese Pose kann mit dem richtigen Licht, Gesichtsausdruck, passender Kleidung/ Accessoires und anderen Aspekten die beste aller Posen sein. Es gibt eben keine verbindliche Regel oder Vorgabe. Das macht es so spannend.
Das Alter, die Körperlichkeit und was für Ideen man hat, sind Entscheidungsfaktoren.
Klar, Aufnahmen im Business-Stil benötigen andere Posen, als beim Beauty-Shooting.
Auch hochspringen, sich verbiegen (turnen) oder winden, gehört zum Posen dazu. Um ein Model beim Sport abzulichten ist eine ganz andere Sache, als beim Beauty-Shooting im Studio.
Sehr wichtig ist jedoch, dass die Aufnahmen authentisch wirken und sich das Model wohl fühlt bei dem was es macht.
Posen kann sehr anstrengend sein, machen wir uns nichts vor. Jeder der denkt, dass ein bisschen vor der Kamera rumstehen oder rumsitzen nicht der Rede wert sind und das Foto ja quasi in der Kamera entsteht, hat noch niemals vor einer Kamera gestanden und professionelle Fotos machen lassen.
Der Fotograf weiß das und alle Models, ob professionell oder hobbymäßig unterwegs, wissen das auch.
Also lasse Dich mal drauf ein und schau ob es auch Dich Spaß macht, mal wer ganz anderes zu sein.... wenn auch nur für die Momente vor der Kamera.

*KI-Generierte Fotos
Zu 1.
Hände und Finger sichtbar und nicht auf einer Höhe (asymmetrisch), sowie lang gestreckte Beine und Schultern welche nicht gerade sind.
Zu 2.
Seitlich ausgerichtet in sitzender Pose. Füße und Hände asymmetrisch und Schultern leicht abfallend. Hals gut gestreckt und sichtbar, Füße ebenfalls gut sichtbar und gestreckt.
Zu 3.
Hier sind viele Aspekte gut umgesetzt. Dreieckbildung mit dem rechten Arm und linken Bein. Schultern schräg und Körper in 45° zur Kamera verdreht. Hände und Füße asymmetrisch.
Zu 4. + 5.
Füße leicht versetzt (asymmetrisch), Hände und Finger teilweise sichtbar, Dreieckbildung mit Armen und Beinen.
Zu 6.
Zu statisch, wirkt verkrampft. Zu parallel zur Kamera ausgerichtet, Oberkörper sieht viel kleiner aus als alles unten rum. Körper insgesamt zu symmetrisch. Nur wenn das explizit so gewollt wird (vlt. für Werbung) ist das in Ordnung.
