Heizung-Hardware

Steuerungssystem FS20

Ich hatte schon Erfahrungen mit einem Steuerungssystem namens FS20 von ELV bzw. Conrad Electronic, welches recht verbreitet und weitgehend ausgereift ist. Es ist zwar relativ einfach aufgebaut, doch das ist a) zum einen ein Vorteil und b) zum anderen reichen die Features völlig aus, um Energie damit zu sparen.

Vom Prinzip passiert nun folgendes, nachdem ich alles umgerüstet habe:

Alle Räume werden nun eigenständig über je eine Steuerung (inkl. Thermostat) geregelt. Alle Fenster sind mit Kontakten versehen, so dass die Heizung sofort abgeregelt wird, sobald jemand lüftet.

Wird der Kamin angezündet, so entsteht mehr Wärme im Haus und alle Räume reagieren darauf über die jeweiligen Steuerungen autark, in dem nur noch soviel Wärme von der Heizung angefordert, wie auch benötigt wird. Entfernt liegende Räume bekommen weniger Kaminwärme mit, als das Wohnzimmer selbst. Das wird nun dynamisch durch die neue Regelung der Räume ausgeglichen.
Früher waren ALLE Räume tendenziell überheizt. Die Heizkörper wurden nicht zeitnah an den alten Ventilen herunter geregelt.

Zeiten

Darüber hinaus sind für alle Räume eigene Schaltzeiten programmierbar. Die Heizung wird nun deutlich weniger unnütz betrieben. Zum Beispiel wenn die Kinder in der Schule sind, braucht die Heizung in deren Zimmern nicht an sein.

Jeder Raum hat zwei Schaltzeiten (jeweils an und aus). Also kann ich zweimal eine Einschaltzeit und eine Auschaltzeit wählen. Zum Beispiel morgens um 5:00h an und um 7:30 aus. Dann um 16:00h an und um 22:00h aus. Für jeden Tag separat. In machen Räumen, wie zum Beispiel der "Partykeller" kann immer aus sein und nur zweimal pro Woche heizen für für eine Stunde mal durch, damit sich keine Feuchte bilden kann.

 

Autark

Jeder Raum ist autark von den anderen regelbar. Auch eine Verbindung zur Heizung im Keller ist nicht vorhanden und notwendig. Der Ofen im Keller hat eine seperate Steuerung, die den Ofen Nachts abschaltet, so dass auch kein neues heißes Wasser aufbereitet wird. Fordert in den Räumen Nachts wer Wärme an, dann kömmt da halt nichts an. Natürlich gibt ein einen Frostwächter, so dass Niemand erfrieren wird.

 

Das FS20 System, bestehend aus einer Funk-Steuerung (FHT80b) und einem Funk-Ventil. Über die Steuerung, welche irgendwo im Raum, an einem günstigen Platz befestigt werden kann, werden per Funksignale die Ventile angesteuert. Die Steuerung misst die Temperatur im Raum und regelt über die Ventile die zufließende Wärme im Heizkörper.

Zentrale FHZ 1300 PC

Das funktioniert wie gesagt autark und benötigt keine weiteren Dinge.
Wenn man jedoch sehen möchte, wie die Heizkurven ausehen, also wie man in den jeweiligen Räumen geheizt hat, dann benötigt man eine Funk-Hauszentrale. Diese Zentrale fungiert auch als Datenlogger und über geeignete Software können die Heizkurven visualisiert werden. Wir können z. B. sehen, dass im Bad zu Zeiten geheizt wird, an denen niemand Zuhause war oder in manchen Räumen zulange die Fenster offen sind.

Zusätzlich können die jeweiligen Steuerungen von einem PC aus neu- oder umprogrammiert werden.

Installation

Die Installation und Inbetriebnahme ist recht einfach für jemanden mit etwas technischen Hintergrundwissen und etwas Erfahrung. Schwerer als einen DVD-Recorder programmieren ist das auch nicht.

Zumindest was die Raum-Steuerungen und Ventile angeht.

Die Sache mit der Zentrale auf einen kleinen Linux-PC ist da schon anspruchsvoller. Jedoch gibt es auch die Möglichkeit eine Windows-Installation zu machen, womit ich mich jedoch nicht beschäftigt habe (unwirtschaftlicher, nicht so stabil, höhere Hardwareanforderungen, etc.).

Übersicht

  • Funk-Steuerung (ca. 40,- €, 1x pro Raum)
  • Funk-Ventil (ca. 40,- €, 1x pro Heizkörper)
  • Funk-Fensterkontakt (ca. 20,- €, 1x für jedes Fenster)
  • Zentrale (Optional, ca. 110,- €, 1x pro Haus)

Wenn man auf eine PC-Gestützte Auswertung und Steuerung verzichtet, dann ist die Umstellung an einem Samstag in einem Standard-Einfamilienhaus erledigt. Mit PC-Anbindung kommt es auf die eigenen Ansprüche an, was man alles sehen und machen möchte. Die fortwährende Anpassung kann manchen Abend sehr kurzweilig werden lassen, denn die von mir benutze Software FHEM bietet sehr viele Möglichkeiten und Funktionen.

Die Investitionen werden in ca. 1-3 Jahren wieder eingefahren sein, je nachdem wie wenig zuvor auf all diese Dinge geachtet wurde. Mit dem spitzen Bleistift kannst Du leicht ausrechnen, wie viel Geld Du sparen kannst. Berichte von Anwendern berichten von 10-30% Ersparnis pro Jahr

Unabhängig davon darf auch nicht der höhere Komfort vergessen werden, den die Geräte bieten. Vor allem wenn Du mehrere Heizkörper in einem größeren Raum hast, kannst Du zentral und komfortabel die Temperatur rauf und runter regeln.

In unserem Fall dürfte es sich schon in der ersten Heizperiode amortisiert haben.

Hinweis:

Wenn Du zur Miete wohnst, sei darauf hingewiesen, dass Du das System ohne Probleme auch wieder demontieren und dann mitnehmen kannst, falls der Vermieter oder Nachmieter das System nicht übernehmen möchte.

Es wird einfach mit wenigen Handgriffen wieder der alte Ventilkopf aufgeschraubt und die beiden Elektronischen Bauteile nimmst Du in die neue Wohnung mit. Die alten Ventilköpfe nicht zu entsorgen macht AUCH von daher Sinn!

Die Funk-Steuerungen/-Thermostate kann man auch ankleben oder irgendwo hinstellen, so dass das Demontieren dieser Geräte keine Spuren hinterlässt.

 

 

 

Funk-Steuerung FHT80b
Funk-Ventil FHT8V
Funk-Fensterkontakt FHT 80TF-2V
Funk-Zentrale FHZ 1300 PC