Eigene Planetenaufnahmen, Saturn, Jupiter, Mars und Venus (vor der Sonne)
 

Meine damalige Ausrüstung

Die Ausrüstung für die live Beobachtung und die Fotografie des Sternenhimmels ist recht aufwändig bzw. anspruchsvoll. Natürlich kann man sich einfach ein teures High-Tech-Teleskop beim Fachhändler kaufen, welches alle möglichen Features (Automatiken, etc.) beinhaltet, doch war das für mich erstens eher langweilig und zweitens auch nicht finanzierbar. Ich habe mir Schritt für Schritt die Ausrüstung optimiert und stetig verbessert. Nur so lernt man auch was über die physikalischen Grenzen der Optik und Mechanik.

Es bedarf jedoch nicht viel Aufwand, um ein sehr eindrucksvolles Bild vom Mond zu erhalten. Alleine das lohnt sich schon für mich.

Deutlich anspruchsvoller wird es, wenn man das gesehene auch fotografisch festhalten möchte. Die Nachführgenauigkeit der elektronischen Nachführung und die Stabilität der Montierung/Stativ ist sehr wichtig.

Gute (Frostfeste) Kameras und ein Notebook, sowie Equipment wie Scanner (zum Scannen von Foto-Negativen/Dias) und reichlich Software zur Nachbearbeitung der Daten, gehörten auch dazu. Der Zeitaufwand am PC war meist größer als am Teleskop.

Mein erster Refraktor (Linsen-Teleskop)

Bresser Refraktor 60mm

Mein erstes Teleskop war ein sogenannter Refraktor oder im Volksmund Linsen-Teleskop von der Firma Bresser.

Es war in einer sehr einfachen und leichten Bauweise und darüber hinaus auch sehr günstig. Ein Blick auf den Mond (zu viel mehr taugte es nicht) reichte aus, um auch von diesem faszinierendem Hobby infiziert zu werden.

Ich wollte diesen unglaublichen Anblick irgendwie auf Foto bannen und so liefen die Überlegungen nach einem größerem bzw. besseren sowie stabileren Teleskop an...

 

Mein erster Reflektor (Spiegel-Teleskop)

Bresser Reflektor 114 mm

Mein erstes Spiegel-Teleskop (sogenannter Reflektor) und war ebenfalls von der Firma Bresser.

Es war auch in einer sehr einfachen und leichten Bauweise und ebenfalls sehr günstig. Ein Blick auf den Mond zeigte mehr Details als zuvor mit dem kleinen Linsentelekop, doch zum Fotografieren taugte es auch auch noch längst nicht, war das Stativ viel zu wacklig und die Nachführung zu ungenau.

So kannte ich nun den Unterschied zwischen einem Refraktor und einem Reflektor aus eigener praktischer Erfahrung.

Da es mir schwerpunktmäßig um die Astro-Fotografie ging, sei hier erwähnt, dass ein Reflektor (also Spiegel) konstruktionsbedingt farbreiner abbildet, als ein Refraktor (also Linsenteleskop). Erst veredelte Refraktoren, sogenannte APO- oder ED-Refraktoren sind annähernd Farbrein. Das Problem ist, dass durch die "chromatische Aberration" (so wird die entstehende "Farbverschiebung" in der Optik genannt) nicht nur die Farben nicht mehr stimmen, sondern das gesamte Bild unscharft wird. Es entstehen Farbsäume um hellere Objekte. Das ist sehr ungeünstig, liegt dem Astronom ja daran, soviel Licht wie möglich durch das Gerät zu erzeugen (wir sagen gerne auch "einzusammeln"). Also je größer so ein Refraktor, desto größer der Optikfehler, der beim Fotografieren eine größere Rolle spielt, als bei der rein visuellen Beobachtung.

 

Refraktor von Vixen

Vixen Refraktor mit modifizierter Montierung

Das wichtigste, um einigermaßen ordentlich fotografieren zu können, ist eine stabile und präzise Montierung inklusive stabilen Stativ.

Möchte man auch noch DURCH ein Teleskop fotografieren, so benötigt man eine ordentliche Optik.

Ich entschied mit für ein 90/1000mm Refraktor der Firma Vixen (Japan) mit einer dazu gehörigen EQ-3 Montierung mit Nachführregelung. Es war dennoch nur ein einfacher Chromat (so nennt man diese Bauart auch), sprich mit den typischen Optikfehlern (siehe auch Abschnitt Reflektor weiter unten).

Hiermit war ich jedoch in der Lage, die Kamera direkt am Teleskop (für Mond und Planeten) oder parallel dazu mit einem Objektiv zu montieren. Im zweiten Fall wurde das Teleskop zum Nachführen auf das Objekt benutzt. Beobachtet man ein Objekt am Himmel nur visuell, so ist es nicht tragisch, wenn das Objekt langsam aus dem Sichtbereich läuft... kann man es ja zurückholen. Beim Fotografieren muss die Nachführung sehr exakt funktionieren, da auch schon kleine Abweichungen unscharfe Fotos bedeuten.

Durch das Teleskop konnte man z. B. schöne Mondfotos machen (kurze Belichtungszeiten), für "Deepsky" (Fotos  lichtschwacher Bereiche wie Nebel, Sternbilder, Galaxien, etc.) reichte es nicht aus.

Durch die Motor gesteuerte Nachführung, die allerdings durch bauart bedingte Getriebefehler nicht 100% genau lief, konnte ich schon einige Minuten lang auf eine Region im Himmel Fotos belichten, was schon schöne Ergebnisse brachte. Ich montierte dafür eine analoge Kamera mit einem lichtempfindlichen Film am Teleskop und führte mit dem Teleskop (mit einem speziellen Nachführ-Okular) nach.

Ein wichtiges Element im Bereich Astrofotografie ist jedoch auch die digitale Bildbearbeitung am PC. Ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Muss zunächst die passende spezielle Software für Astrofotografen gefunden werden (es ist nicht nur eine Software, es sind viele verschiedene) und sich dann anschließend darin einarbeiten. Der Zeitaufwand ist auch hier nicht unerheblich, auch wenn es viel Spaß macht, sollte man dies nicht unterschätzen.

Leute an seiner Seite zu haben, die all diese Erfahrungen schon gemacht haben und diese gerne an einen weitergeben, können hier einige Jahre eigene mühevolle Recherche und "Forschungsarbeit" sparen helfen. 

Wie am ersten Foto rechts zu sehen, habe ich zwei Kameras am Teleskop angebracht. Eine analoge Olympus OM mit Film und ein modifizierte Webcam, jeweils mit einem 300mm Tele von der Firma Zeiss.

Das Teleskop diente in diesem Fall nur der Nachführung. Fotografiert wurde durch die beiden Kameras.

 

8" Reflektor von Meade

8 Zoll Meade Reflektor

Später kaufte ich noch einen recht lichtstarken acht Zoll Reflektor von Meade dazu.

Mit f4,5 war er deutlich lichtstärker, als der f11 Refraktor von Vixen.

Allerdings war er auch schwerer und brachte die Montierung deutlich an ihre Belastungsgrenzen.

Das Deepsky-Viewing und Star-Hopping (wenn man von Stern zu Stern "springt") machte mit diesem Gerät schon viel Spaß. Fotografieren war damit auch möglich, jedoch im Bereich Deepsky-Fotografie war es nun in meinen Breitengraden nicht mehr dunkel genug am Himmel.

Wegen der "Lichtverschmutzung" (das helle Licht der Städte) in unseren Breiten, machten lichtstärkere Optiken überhaupt keinen Sinn.

Einige Ausflüge in etwas dunklere Gebiete Deutschlands, wie z. B. der Eifel unternahm ich in den Jahren meiner aktiven Zeit, jedoch war der Aufwand ernorm und der "Erfolg" (es kam natürlich in erster Line auf den Spaß an) war bescheiden, verglichen mit den Vorstellungen, die ich so am Anfang hatte.

Um die Ergebnisse deutlich zu steigern, bedarf es schon recht hohe Investitionen. fünfstellige Summen kommen da schnell zusammen. Für mich stand das in keinem vernünftigen Verhältnis zur Freude, die dieses Hobby zweifelsfrei macht.

Nach ca. 5-6 Jahren stellte ich dieses Hobby ein. Ich bin sehr dankbar für diese Zeit, in denen ich viele Erfahrungen machte. Je weiter ich hinaus schaute, desto mehr erfuhr ich auch über mich. Für mich was es auch eine große spirituelle Reise... mit offenem Ende.

Einige der in dieser Zeit entstandenen Fotos kann hier sehen.

Refraktor von Bresser

Bresser Refraktor auf EQ5 Montierung

Da ich im Vergleich zum Ruhrgebiet in einer relativ dunklen Ecke Deutschlands lebe, entschied ich mich kürzlich (Herbst 2014) erneut, mir doch wieder ein Teleskop zu zulegen. Es sollte ein alter Bresser Refraktor 120/1000mm auf einer EQ-5 Montierung mit Nachführregelung sein. Es ist ein einfaches Gerät, mit welchem ich mir den einen oder anderen schönen Beobachtungsmoment verspreche. Die Möglichkeiten sind ähnlich wie mit meinem damaligen Vixen-Refrator (siehe oben).